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Folge 003 // Projektmanagement im Podcast-Business mit Gordon Schönwälder

von | Apr 11, 2018 | 0 Kommentare

Zu Gast in dieser Podcast-Episode: Gordon Schönwälder. Der Podcast-Guru und mein Coach, wenn es darum geht meinen Podcast aufzubauen. Wir beschäftigen uns heute mit dem spannenden Thema, dass Gordon sagt, er macht kein Projektmanagement und ich sage, er ist Projektleiter!

Hier findest du alle Episoden vom Podcast Projektmanagement leicht erklärt.

Shownotes

Ich habe dir 3 Artikel zusammengestellt, wo du mehr zum Thema Projektstrukturplan erfährst.

Gordon und ich haben über das Online-Mindmap-Tool MindMeister gesprochen. Mit deisem kannst du deine Ideen visualisieren, entwickeln und mit anderen teilen. Mehr über Gorden erfährt du auf www.podcast-helden.de

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Episode 003: Projektmanagement im Podcast-Business mit Gordon Schönwälder

Herzlich willkommen zu dieser Episode. Mein Gast ist Gordon Schönwälder, der Podcast-Guru, und mein Coach, wenn es darum geht, meinen eigenen Podcast aufzubauen. Wir werden uns heute mit dem spannenden Thema beschäftigen, dass er sagt, er macht kein Projektmanagement und ich sage, er ist Projektleiter.

Benjamin:
Herzlich willkommen, Gordon, zur heutigen Episode. Du sagst von dir, du machst gar kein Projektmanagement. Hättest du gedacht, dass du Projektleiter bist, vor – sagen wir – zwei Wochen noch?

Gordon:
Nein, überhaupt nicht. Ich bin mit Sicherheit gut in dieser „Podcast-Kiste“. Aber ich hätte niemals gedacht, dass ich irgendetwas mit Projekten am Hut habe. Ein Projekt durchführen oder Projekte haben – ja. Projektleiter sein – nein. Das wäre nichts, was ich mir irgendwie auf die Fahne hätte schreiben wollen. Nachdem wir dann allerdings gesprochen haben, war meine Weltsicht anders.

Benjamin:
Okay. Aber du hast für dich schon ein bisschen das Bewusstsein gehabt, dass du Projekte hast beziehungsweise machst.

Gordon:
Das weiß ich nicht. Ich bin so groß geworden, dass man erst etwas machen kann, wenn man irgendwie einen Schein beziehungsweise irgendein Zertifikat hat. Ich hätte schon Schwierigkeiten zu sagen, ich mache Online Marketing, wo ich doch gar kein BWL studiert habe. Und ich habe auch kein Projektmanagement gelernt. Deswegen hätte ich das niemals so gesagt. Mittlerweile bin ich ein bisschen entspannter mit mir selber und kann das momentan annehmen.

Benjamin:
Ich glaube dieses „Schein-Denken“ ist sehr deutsch. Das habe ich ja auch: die Hauptmotivation damals zu studieren war, einen Studienabschluss zu haben, gar nicht die Inhalte.
Aber fangen wir vielleicht erst einmal damit an, wer du eigentlich bist beziehungsweise – was ich noch viel spannender finde – dein Lebensweg. Du hast ja bestimmt nicht gedacht: „Jetzt bin ich 18. Jetzt werde ich Podcaster.“

Gordon:
Nein, überhaupt nicht. Ganz am Anfang wollte ich tatsächlich BWL studieren und die zentrale Vergabestelle hat mich nach Magdeburg schicken wollen. Da wollte ich aber nicht hin. Also habe ich mir gedacht: „Komm, machst du irgendetwas Ähnliches.“ Ich wollte irgendetwas mit Medien machen und habe dann Germanistik angefangen und Sprachwissenschaften. Also der Klassiker. Im Audimax: „Wer von Ihnen möchte jetzt hier etwas mit Medien machen?“ Und alle Hände gingen hoch – meine halt auch. Und ich habe irgendwann gemerkt, dass es nicht so ganz mein Ding ist und habe nach dem Studium noch Ergotherapie gelernt. Ich bin also gelernter Ergotherapeut und hatte das Glück, in schlechten Teams zu arbeiten, sodass ich mich viel mit Kommunikation beschäftigt habe. Im Zuge von Fortbildungen im Bereich von Kommunikation, Coaching und Beratung bin ich schließlich mit dem Thema Podcast in Berührung gekommen. Da habe ich gedacht: „Komm, wenn du mal unterwegs bist als Coach oder Berater für Kommunikation im Gesundheitswesen, dann hast du auch einen eigenen Podcast.“ Dazu ist es aber nie gekommen. Ich war meiner Zeit ein bisschen voraus und wollte mich auf das Gesundheitswesen fokussieren: Ergotherapie-, und Physiotherapie-Praxen. Die haben allerdings nicht verstanden, dass sie eine Kommunikation nach außen brauchen. Mittlerweile wissen sie es. Aber wofür ich relativ schnell wahrgenommen worden bin, ist diese „Podcast-Sache“. Und da kamen dann die Podcast-Helden ins Spiel. Damit bin ich jetzt unterwegs, zeige Unternehmen und Unternehmern, wie man mit dem Podcast Expertise und Reichweite aufbaut.

Benjamin:
Okay, also bist du aktuell Berater, Coach, Trainer?

Gordon:
Ja. Ich stelle mich schon auch in Workshops hin und zeige, wie das geht. Aber ich glaube, dass ich eher ein Berater bin. Vielleicht auch in Richtung Consultant gehe. Coach nicht mehr so wirklich: „Lass uns mal herausfinden, was so dein …“. Mittlerweile setze ich mich mit breiter Brust hin und sage: „Du solltest es so und so machen. Die oder die Auswahl würde ich dir empfehlen.“ Ich gebe ein bisschen den Weg vor. Ich mache mittlerweile so viel mit Podcast, dass ich glaube, für jemanden, der mir da gegenübersitzt, ein gutes Gefühl zu haben.

Benjamin:
Ja, das kann ich nur bestätigen. Gordon hat mich in einer Beratungs-Session sehr schnell fokussiert und so standen die ersten Episoden und die gesamte Grundstruktur. Ich fand, wir sind in Rekordzeit zu einem sehr, sehr guten Ergebnis gekommen.

Gordon:
Ja, aber das ist immer eine Teamleistung. Insofern können wir uns da beide auf die Schulter klopfen.

Benjamin:
Genau das habe ich auch gesehen, der Gordon, der hat Standard-Vorgehensweisen und das ist etwas, was wir im Projektmanagement auch oft haben. Einen sogenannten Standardprozess. Aber schauen wir vielleicht erst in die Frage der Projekte rein. Wie viele Podcasts-Formate hast du jetzt schon gemacht?

Gordon:
Eigene meinst du? Fünf oder sechs.

Benjamin:
Okay, das ist mehr als die meisten denken können. Man muss dazusagen: Podcast ist einfach noch relativ neu und noch nicht extrem bekannt. Aber ich kenne viele Leute, die inzwischen Podcasts hören – beim Autofahren, auf der Toilette – halt an den unterschiedlichsten Orten. Was sind so rund um Podcast die Sachen, wo du sagst, das sind Projekte? Was hast du in letzter Zeit Großes gemacht?

Gordon:
Du meinst, welche Tätigkeiten beim Podcast projektorientiert sind?

Benjamin:
Wann hast du zum Beispiel den letzten Podcast neu aufgesetzt?

Gordon:
Also eigene ist jetzt schon eine Weile her. Ich habe einen Relaunch gemacht von einem Format, das aber auch schon relativ etabliert war. Diesen begleite ich gerade. Das ist ja das, was eigentlich mein Job ist: ich begleite neue Formate bei anderen. Spannend sind die Baustellen. Ich bin da sehr bauchgetrieben und mache das intuitiv bei mir selber. Bei anderen irgendwie nicht.

Benjamin:
Gut, das ist ziemlich normal. Also bei uns selbst zu kehren, ist immer nochmal ein bisschen schwieriger als bei anderen. Aber gerade mit dem Relaunch – das ist ein super Projektbeispiel. Relaunches sind ein ganz typisches Projekt. Aber auch andere Formate bei anderen aufzubauen ist ein typisches Projekt. Woran erkennen wir ein Projekt? Das vielleicht einmal dazugesagt: Ein Projekt hat in der Regel ein Ziel, ein definiertes Ziel. Das heißt, man will irgendwas damit erreichen. Es gibt Begrenzungen. Das kann eine zeitliche sein – ich hab nur fünf Stunden pro Woche, die ich da reininvestieren kann. Es kann eine finanzielle sein – ich kann nicht mehr als 500 Euro ausgeben. Und es gibt in der Regel einen Anfang und ein Ende. Beim Podcast-Aufbau ist es ja vielleicht, bis die erste Episode rauskommt oder bis die ersten zehn Episoden rauskommen. Die Podcasts, die du begleitest, sind das meist Einzelpersonen oder sind das gemischte Gruppen?

Gordon:
Mittlerweile ist es gemischt. Am Anfang waren das Leute wie ich, eher Einzelunternehmer. Mittlerweile habe ich auch Agenturen und Unternehmen, die ich begleite. Da ist es aber auch meistens so, dass es dann auch einen Pool gibt von zwei, drei Leuten, die sich darum kümmern beziehungsweise die den Content erstellen und das Ganze outsourcen. Es gibt natürlich die verschiedensten Möglichkeiten so ein System zu etablieren. Aber ich habe gehört, Einzelunternehmer machen das in der Regel selber und Unternehmen haben ein kleines Team dafür.

Benjamin:
Und hier sehen wir auch noch ein wichtiges Kriterium, nämlich die sogenannte projektspezifische Organisation. Das heißt, das sind Leute, die gezielt für dieses Projekt zusammenarbeiten und in der Konstellation vielleicht sonst nicht zusammenarbeiten. Und gerade, wenn wir dann einen externen Berater wie dich haben, haben wir das auch. Jetzt war mir aufgefallen, du hast ja im Endeffekt eine Standard-Vorgehensweise. Also du hast ja dein Schema auf mich angewandt und es hat ja total super gepasst.

Gordon:
Dankeschön.

Benjamin:
Das nennen wir im Projektmanagement den Projektmanagement-Standardprozess. Das heißt, ähnliche Projekte haben auch immer einen ähnlichen Prozess. Das ist – vielleicht auch nochmal untermauert – ein bisschen schwierig vom Wording. Weil Projekt und Prozess steht sich eigentlich gegenüber. Projekt ist etwas Einmaliges, eine große Einmaligkeit der Bedingungen. Prozess ist wiederkehrend. Aber wir können in dem Projekt den Prozess haben. Und für dich ist es im Endeffekt: Du machst viele Projekte gleichzeitig, nämlich mit den unterschiedlichen Kunden, und die machst du nach einem einheitlichen Prozess. Und dadurch wird es wieder übersichtlicher. Was sind denn ganz konkret – auf deine Projekte bezogen – für einen Podcast die großen Themenfelder, großen Teilprojekte, die ich da angehen muss? Was ist das Wichtige?

Gordon:
Ich habe wiederkehrende Dinge, die ich abfragen muss in der Produktion oder in der Vorbereitung. Ich glaube sonst kann das Projekt Podcast nicht erfolgreich sein. Ich brauche also immer ein paar Dinge, die ich abklopfen muss und wo ich auch wissen muss, dass mein Gegenüber seine Hausaufgaben gemacht hat. Zum Beispiel die Zielgruppe. Wenn ich nicht in der Lage bin diese zu definieren und zu sagen: „Wer soll denn der Hörer sein von meiner Show?, Welche der Zielgruppen da draußen möchte ich jetzt erreichen?“, dann brauchen wir gar nicht erst weiterzumachen. Dann müssen wir nicht anfangen uns schon mal Gedanken über ein Cover oder den Namen zu machen. Die meisten kommen zu mir und sagen: „Hey Gordon, ich habe einen supergeilen Titel und ich habe auch schon das Cover in Auftrag gegeben.“ Und dann denke ich: „Okay, mutig. Weil es kann sein, dass du das alles nochmal verwerfen musst.“ Und leider Gottes ist es manchmal auch so. Dann arbeiten wir mit Zielgruppen und haben auf dem Schirm: „Was sind deren Sorgen, Nöte, Probleme?“ Wenn ich jetzt weiß, wo der Schuh drückt, dann weiß ich auch, was ich für Content liefern muss. Und so hangle ich mich von Frage zu Frage und am Ende ergibt das ein Bild. Das Wichtigste ist aber die Zielgruppe. Und da hakt es schon bei vielen. Da waren wir jetzt bei dir super schnell durch, weil du einfach mega reflektiert bist und schon im Sattel sitzt. Dann kommen so Sachen wie: „Welche Keywörter möchtest du bedienen? Also wenn man dich sucht, was wird eingegeben, damit du mit deinem Podcast auftauchst?“ Dann geht es darum zu gucken: „Ist es jetzt ein Ding fürs Branding? Ist es jetzt ein Ding für die Reichweite?“ Das klopfe ich ein bisschen ab: „Was für Content-Arten müssen es sein?“ Oder: „Wie präsentiere ich mich?, Wie repräsentiere ich Produkte?“ und das muss ich alles wissen, um das Ganze dann auch in einen Guss zu kriegen.

Benjamin:
Total spannend. Wir legen da jetzt eine Projektmanagement-Methode drauf – es gibt ja einen sogenannten Projektstrukturplan. Das ist die Art und Weise, wie wir Projekte darstellen, mit Teilprojekten und Arbeitspaketen. Ich werde unter der Episode nochmal einen Beitrag dazu verlinken. Wir könnten sagen, es gibt die vier großen Teilprojekte: Zielgruppe, Keywords, Content-Arten und Design beziehungsweise Wirkung. Und das finde ich unheimlich spannend, dass du am Ende mit einer ganz klaren Struktur vorgehst. Und ich bin ein ganz großer Befürworter davon, dass Struktur Mehrwert bringt für die meisten Leute, weil sie etwas haben, woran sie sich festhalten können.

Gordon:
Das lässt einen nachts auch gut schlafen, habe ich festgestellt. Jetzt gerade bei einem Redaktionsplan zum Beispiel. Meistens war montags mein Produktionstag für neuen Content. Und ich weiß nicht, wie oft ich von Sonntag auf Montag eine Stunde im Bett nachts wachgelegen habe und dachte: „Boah, was machst du jetzt eigentlich morgen?“ Und jetzt, wenn ich einmal einen Content-Findungsprozess für mich habe und eine Art Funnel für die Inhalte, dann schlafe ich wie ein Baby. Weil ich genau weiß, was ich montags produzieren muss. Und ich weiß auch, was ich in drei Wochen montags produzieren muss.

Benjamin:
Ja, das finde ich total klasse – Strukturen bringen Sicherheit. Ich kenne allerdings den Gegenpart. Ich habe eine Geschäftspartnerin, die hat sich einen Redaktionsplan erstellt und konnte dann gar nicht mehr schreiben, weil der Druck auf sie so groß war. Aber ich glaube, die meisten Menschen – die jetzt nicht in dieser super kreativen, unbeständigen Ecke sind, was jetzt nicht zwangsweise positiv oder negativ ist, sondern es gibt sie einfach – können damit ziemlich gut leben und arbeiten.

Gordon:
Auch das ist ja wieder von Typ zu Typ unterschiedlich. Ich habe auch Klienten, die sagen: „Ich kann das nicht. Ich kann das nicht mit diesem Plan. Das macht mich kirre.“ Vielleicht wie deine Partnerin. Dann muss es halt bauchgetrieben sein. Dann ist es okay. Manche können sich in dem Moment hinsetzen und einfach brillanten Content abliefern. Wenn sie aber anfangen, es aufzubereiten oder zu überlegen, dann werden sie auf einmal stocksteif. Das heißt, ein Plan oder auch ein Prozess, brauchen eine gewisse Unverbindlichkeit hier und da. Dass man einzelne Unterpunkte – ich weiß jetzt natürlich überhaupt gar nicht, wie man das im Projektmanagement bezeichnen würde – ein bisschen variieren kann. Bei dem Menschen passt es eher so und bei dem eher so.

Benjamin:
Super spannender Punkt, weil am Ende redest du über Agilität. Wir haben ja statisches Projektmanagement und wir haben agiles Projektmanagement. Beim statischen Projektmanagement habe ich den Redaktionsplan. Ich weiß, wann ich was mache, was rauskommen soll, wie umfangreich das ist und und und. Das ist alles vordefiniert. Beim agilen Projektmanagement mache ich die erste Episode und dann überlege ich mir: „Wie könnte die zweite sein, anhand des Feedbacks der ersten Episode?“ Und beides hat seine Berechtigung. Beides bietet auch eine gewisse Sicherheit. Ich habe natürlich im agilen dieses ständige Improvement, diese ständige Verbesserung, weil ich reflektiere, in kurzen Zyklen das immer besser und besser zu machen, während ich natürlich beim statischen den roten Faden habe. Und an der Stelle sieht man einfach sehr gut diesen Vergleich von Agilität, wir nennen es auch Wasserfall-Projektmanagement, wo einfach der Weg vorgegeben ist. Was für mich nochmal spannend ist, ist natürlich die Frage nach Erfolgsfaktoren. Wir wollen natürlich auch wissen, wodurch deine Projekte erfolgreich werden und natürlich auch Best und Worst Case. Fangen wir doch gleich einmal mit dem Schlimmsten an. Ich gehe ja ganz gerne mit meinen Fehlern ehrlich ins Gericht. Ich glaube, du bist auch so ein Typ. Was ist das Größte, was schiefgelaufen ist?

Gordon:
Also ganz am Anfang hatte ich nicht den Mumm. Ich hatte nicht den Mumm, Leute, die augenscheinlich erfolgreiche Unternehmer sind, in ein Korsett zu zwängen und dass sie mir bitte Fragen beantworten. Das ist mir sehr negativ aufgefallen, dass ich diesen Leuten zu wenig Struktur gegeben habe, weil ich dachte, sie hätten die schon. Und das war ein riesen Learning, dass egal wer jetzt zu mir kommt, er muss erst einmal Fragen beantworten. Und wenn es nur ganz kurz ist, wie jetzt bei dir. Aber so weiß ich und auch du, woran wir sind. Denn auch bei den großen Leuten da draußen, die vermeintlich total viel Vorarbeit geleistet haben, kann es sein, dass es irgendwo an der Basis ein bisschen bröckelt. Und wenn die nur überlegen, vielleicht die Ausrichtung ein bisschen zu verändern aber irgendwie in der Ausrichtung mit mir arbeiten wollen, dann merke ich, irgendwann stimmt das nicht mehr. Denn irgendwann merke ich, dass die Leidenschaft für das Ursprungsthema fehlt. Und dann kommt raus: Ja, eigentlich bin ich gerade dabei, mich hier pivot-mäßig woanders aufzustellen. Und eigentlich will ich den Podcast jetzt ja doch ganz anders machen. Dass ich einen Prozess habe aber mich manchmal nicht getraut habe den in der Vergangenheit darüberzustülpen. Und dann gibt es natürlich die Sachen, die einfach so in die Hose gehen. Zum Beispiel bei der ersten Podcast-Helden-Konferenz habe ich einfach …

Benjamin:
Ergänze uns einmal – was ist die Podcast-Helden-Konferenz?

Gordon:
Ich habe eine Konferenz, 2017 das erste Mal und jetzt 2018 das zweite Mal, veranstaltet. Und da habe ich unfassbar viel gelernt. Ich habe mich selber ins kalte Wasser geschmissen und mir gesagt: „Komm, ich mache eine Konferenz.“ Das hat auch alles wunderbar geklappt aber es gab natürlich hier und da auch so ein paar Learnings. Eine Sache war zum Beispiel, dass ich es vollkommen unterschätzt habe, wie viel Zeit ich in einem Prozess brauche – Rechnungen schreiben. Ich habe das damals bei der ersten Konferenz selber gemacht, weil ich noch kein Unternehmer war und dachte: „Komm, ich schreibe die Rechnungen selber.“ Es waren auch nur 80 Stück. Ich habe mich also mit meinem Rechnungstool hingesetzt und 80 Rechnungen geschrieben. Und habe diesen ganzen Aufwand komplett unterschätzt. Teilweise war die Zahlungsmoral nicht so dolle oder die Leute haben die E-Mails nicht bekommen und ich musste hinterhertelefonieren. Schlussendlich habe ich sie dann doch über einen Zahlungsabwickler erstellen lassen. Ich habe unfassbar viel Zeit verloren in dem Punkt. Das hat mich tierisch geärgert, muss ich in dem Moment gestehen. Aber es war natürlich auch ein riesen Learning für die nächste Konferenz, dass ich diesen Teil einfach schon im Vorfeld entsprechend plane. Dann hatte ich irgendwie das Catering relativ spät bestellt und habe mir durch eine bauchgetriebene Organisation des Ganzen hier und da mal ein bisschen stressiger gemacht als ich es müsste. Ich glaube, es wäre sinnvoll gewesen nochmal eins, zwei Stunden in einen Eventplaner zu investieren. Das Geld hätte ich an anderer Stelle wieder reingeholt durch weniger Stress und weniger Sorgen machen.

Benjamin:
Da stecken gerade ganz viele spannende Sachen drin. Das Erste ist, dass ich es total toll finde, dass du sagst, du machst kein Projektmanagement und keine Projekte und dann packst du aus, dass du Konferenzen veranstaltest.

Gordon:
Ja gut, aber guck mal, das ist ja ein bisschen so das Selbstbild. Klar macht man irgendwie … – jetzt weiß ich das. Weißt du, vor zwei Wochen – oder wann haben wir das erste Mal gesprochen?

Benjamin:
Ja, vor zwei Wochen ungefähr.

Gordon:
Vor zwei Wochen, okay. Dann war mir das gar nicht bewusst, dass ich so etwas tatsächlich tue. Und das Geniale: Jetzt erlaube ich mir ja auch besser zu werden und tauche auch ein in dieses ganze Thema Projektmanagement. Auf einmal betrifft es mich ja. Und ich merke – auch jetzt durch deinen Vortrag hier auf der Contentixx – ich habe wieder etwas gelernt. Richtig genial.

Benjamin:
Das ist das, was ich natürlich mega spannend finde. Es gibt da draußen unheimliche viele Leute, die machen Projekte, sie machen Projektmanagement und sie wissen es nicht. Und es gibt so ein ganz kleines Tool-Set. Es dauert nicht lange, sich das beizubringen. Dadurch werden die Leute einfach besser, weil sie merken: „Ah okay, hier.“ Also jetzt zum Beispiel bei deinem Event, die Frage: „Was könnte man anders machen?“ Ich glaube, zwei Tools würden dir helfen: Der Projektstrukturplan. Der ist ganz schnell erstellt für so ein Event. Das können wir gerne mal in einer gemeinsamen Session dann mit Video zusammen live machen, dass die Leute zugucken. Wie kann man so ein Eventplan als Projektstrukturplan machen? Und eine Risikoanalyse. Dann fallen auch bestimmte Dinge auf, die einem sonst später auf die Füße fallen. Was ich noch spannend fand war dieser Punkt der Selbstdarstellung. Nicht jetzt deiner, sondern auf der anderen Seite. Die anderen haben so eine Aura – die wissen das ja alles. Die können das ja alles. Also ich kann aus der Praxis sagen: Das ist nicht so. Die meisten Leute, bei denen ich als Berater bin, sind nicht so strukturiert. Das ist auch okay, sonst würden sie mich am Ende ja nicht holen. Und sie erwarten, dass ich ihnen die Struktur mitbringe und gebe. Deswegen, glaube ich, ist es genau richtig da mit deinem Thema draufzugehen. Und ich habe zum Beispiel auch Kunden, das sind Konzerne mit 10.000 Mitarbeitern. Die machen gar kein Projektmanagement und sie wollen sich professionalisieren. Das dauert dann natürlich. Du als Einzelunternehmer bekommst meinen Kurs geschenkt, kannst in die entsprechenden Lektionen reingucken und machst es in drei Wochen anders. Ein Konzern mit 10.000 Mitarbeitern, da reden wir von drei bis fünf Jahren, bis die das etabliert haben. Und dann gibt es aber in dem Konzern natürlich auch Leute, die sich so darstellen, als ob sie wer wären und das am Ende aber alles gar nicht können. Und da durchzublicken, das ist nicht immer ganz einfach und macht auch Angst und führt dann, glaube ich, auch dazu, wie bei dir, das du sagst: „Oh, Projektmanagement? Nein, da habe ich gar keine Ahnung von.“ Dabei bringst du ja ganz krasse Learnings mit: Der Relaunch von dem Podcast, Formate bei anderen Leuten aufbauen, Konferenz. Also du hast schon Projektwissen, wo andere sich die Finger nach lecken würden, um davon zu profitieren.

Gordon:
Spannend. Ja.

Benjamin:
Jetzt hast du gesagt, was schlecht gelaufen ist. Mich interessiert natürlich auch noch die andere Seite. Wo sagst du, das ist richtig gut gelaufen und warum ist es gut gelaufen? Oft bleibt uns ja nur das Negative in Erinnerung, aber es gibt ja auch Sachen, wo du sagst: „Da hat es geklappt.“

Gordon:
Ich kann jetzt gar keine Beispiele im Detail nennen, wo ich sagen könnte: „Das war jetzt genau das, wo es geklappt hat.“ Also ich merke als Veränderung in der Podcast-Helden-Konferenz II in 2018, dass das einfach viel lockerer von der Hand geht – wenngleich ich das Catering auch wieder relativ spät bestellt habe. Es ist über die gleiche Anbieterin, von daher passt das schon. Ich bemerke eine Verbesserung durch andere Tools. Wir haben dagesessen und uns eine Mindmap geteilt. Ich mag auch Kanban, dieses klassische von links nach rechts schieben von Kärtchen. Mich überfordert es manchmal, dass es so komplex wirkt. Manchmal überfordert mich Trello oder Meistertask etwas, und ich arbeite lieber von oben nach unten durch. Ich mag entstehende Gedanken und Mindmaps ordnen mich in dem Moment. Ich merke, dass die für meine Projekte schon ausreichen. Ich mache jetzt nicht krasse Projekte in denen 150 verschiedene Mitarbeiter involviert sind. Da muss ich mich vielleicht irgendwann nochmal mit Trello beschäftigen. Aber im Endeffekt geht es bei mir darum, dass ich viel besser planen und organisieren kann, wenn ich alles auf einen Blick habe. Und da helfen mir Mindmaps einfach tierisch. Ich habe sie gehasst im Studium. Ich habe sie jetzt – als Unternehmer und Selbständiger – lieben gelernt.

Benjamin:
Ja, spannend. Ich habe, bis wir zusammengearbeitet haben, lange nicht mehr mit digitalen Mindmaps gearbeitet. Also auf Papier schon, aber nicht digital. Und ich habe im Endeffekt, nachdem wir gesprochen haben, an der Mindmap auch weitergearbeitet und mir direkt einen Account bei MindMeister angelegt.

Gordon:
Okay, cool.

Benjamin:
Ich arbeite da jetzt auch im Team wieder verstärkt mit. Also es ist eine Ressource, die man nicht vergessen darf. Eine Mindmap ist schon nochmal etwas anderes als ein Trello, ein KanbanFlow oder ein MeisterTask. Gordon, ich danke dir, für diese sehr, sehr spannende und aufschlussreiche Episode. Haben wir schon verraten, dass diese Episode ein Zweiteiler ist?

Gordon:
Nein, haben wir nicht. Wir machen einen Zweiteiler, ja.

Benjamin:
Das haben wir am Anfang gar nicht gesagt. Der zweite Teil dieser Episode wird dann bei Gordon im Podcast stattfinden. Worüber werden wir dann reden?

Gordon:
Also ich finde dieses Thema mega spannend. Du hast hinter der Podcast-Produktion das Ganze automatisiert und zu einem Prozess gemacht. Und da können sich einfach viele Leute ein Scheibchen von abschneiden. Also ich bin der Erste davon und das ist einfach großartig so. Ich mag auch deine Art einfach, das relativ trockene Thema rüberzubringen. Deswegen freue ich mich auf Teil 2, den wir im Rahmen eines Doppeldates dann machen.

Benjamin:
Ja, also wir freuen uns, wenn du bei Teil 2 dabei bist. Wenn du wissen willst, wie man Prozesse aufsetzt am Beispiel eines Podcasts, dann höre auf jeden Fall bei Gordon rein. Gordon, über welche Internetadresse erreichen wir dich?

Gordon:
Podcast-Helden ist es und der Podcast heißt Podcast-Helden on Air. Ich weiß jetzt noch nicht genau, wann es rauskommt, aber da wird dann in wenigen Wochen auch die Podcast Episode mit dir zu hören sein.

Benjamin:
Dann, wenn du dich für Podcasts interessierst, begeisterst oder einfach nur Gordon kennenlernen möchtest, gehe auf Podcast-Helden.de und ich freue mich, dich in der nächsten Episode wieder dabeizuhaben.

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