Entscheidungen treffen als Führungsaufgabe

von | Mai 8, 2017 | 0 Kommentare

Entscheidungen müssen im Projektmanagement täglich getroffen werden und irgendwie scheinen doch immer die falschen Leute am längeren Hebel zu sitzen. Pauschal gesehen sind doch die meisten Arbeitnehmer der Meinung, dass ihre Führungskraft

  • a) menschlich nichts drauf hat.
  • b) fachlich nichts drauf hat.
  • c) menschlich und fachlich nichts drauf hat.

Egal, welche der Optionen nun zutrifft – Schaden richten Führungskräfte mit solchen Defiziten immer an, indem sie schlechte Entscheidungen treffen.


Psychologen der Universität von Kalifornien haben einen sehr interessanten Test durchgeführt, der Macht und schlechte Entscheidungen in einen Zusammenhang bringt.

Für diesen Test wurden Gruppen von mehreren Personen gebeten, Übungen durchzuführen. Danach wurden willkürlich Gruppenteile ausgewählt, die Bewertungen über andere Personen abgeben durften. Bei diesen herausgenommenen Personen erzeugte dies natürlich ein gewisses Gefühl von Macht. Im nächsten Schritt wurden diese mächtigen Personen wiederrum in einer eigenen Gruppe zusammengeführt. Beide Gruppen – die Unmächtigen und die Mächtigen – haben dann erneut schwierige Entscheidungen treffen müssen.

Was ist dabei herausgekommen?

Die Mächtigeren trafen in allen Fällen die schlechteren Entscheidungen, weil sie:

  1. zu viel Zeit darauf verwendeteten, den individuellen Status innerhalb der mächtigen Gruppe zu konkurrieren.
  2. wichtige Informationen vor ihren Gruppenmitgliedern zurückhielten.

Das heißt, die Mächtigeren waren sehr damit beschäftigt ihre eigenen Positionen zu festigen und sich von den anderen „Ausgewählten“ abzuheben. Demnach hielten sie auch entscheidungsrelevante Informationen zurück, um etwas in der Hinterhand zu haben, mit dem man dann zum späteren Zeitpunkt doch nochmal vor den anderen glänzen könnte.

Warum ist diese Erkenntnis für dich wichtig?

Bevor du mit den üblichen Aussagen à la „Ah, die Mächtigen sind doof. Die entscheiden sowieso nicht richtig.“ angängst, solltest du nachdenken, ob du nicht selbst auch über Macht verfügst. Denn Macht kann in vielen Situationen entstehen. Das Gefühl von Macht kann schon entstehen, wenn du zum Beispiel einen Azubi hast, den du anleitest oder wenn du Wissen hast, was andere nicht haben. Genau das kann dann zu diesen schlechten Entscheidungen führen. Genau das kann dazu führen, dass du Zeit darauf aufwendest, deine Position zu festigen und auch Informationen zurückhältst.

Also überlege dir das nächste Mal, wenn du Macht hast oder in einer Situation bist, wo du aktiv Informationen zurückhältst: Ist das gerade der richtige Weg? Ist das gerade die beste Entscheidung oder mache ich das nur, um meine Machtposition zu festigen?

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