Der Projektleiter 2030 – die digitale Schaltzentrale

von | Jan 19, 2018 | 0 Kommentare

Dieser Beitrag ist im Rahmen der Blogparade des Projekt Magazins entstanden. Es geht um die Rolle des Projektleiters. Ganz konkret hat das Projektmagazin die folgende Frage gestellt:

Wie werden Projektleiter im Jahr 2030 arbeiten – werden sie überhaupt noch Projektleiter sein?

Wie arbeitet ein Projektleiter aktuell?

Um sich dieser Frage zu nähern, muss erst einmal geschaut werden, wie ein Projektleiter aktuell arbeitet. Denn es ist, auch wenn man es vielleicht meinen würde, gar nicht einheitlich über die unterschiedlichen Unternehmen geregelt. So fängt es zum Beispiel schon beim Namen an. Nicht überall heißt der Projektleiter auch wirklich Projektleiter. Manchmal wird er (oder sie) Projektmanager genannt. Oder trägt gar keinen projektbezogenen Titel.

Beim Aufgabenfeld sieht es noch einmal wüster aus. Manch ein Projektleiter trägt zwar den Titel, ist aber weder in die Planung, noch in die Leitung des Projekts involviert. Andere Projektleiter sitzen stundenlang über Projektstrukturplänen oder Projektablaufplänen, führen aber die Menschen nicht. Wieder andere Projektleiter bekommen fertig geplante Projekt vorgesetzt und sollen die Menschen durch das jeweilige Projekt führen.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass sich die Arbeit des Projektleiters aufteilen lässt in:

  1. Projektmanagement
  2. Personalführung

In meinen Seminaren versuche ich den Teilnehmern klar zu machen, dass ca. 80 Prozent auf die Führung des Menschen anfällt und circa 20 Prozent auf die Projektmanagement-Methoden. Ohne den Mensch ist das Projekt nicht möglich – egal wie gut du in den Methoden bist.

Das heißt, betrachtet man die tägliche Arbeit eines heutigen Projektleiters, so kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass das Führen der Menschen die relevante Aufgabe ist. Die Methoden wirken dabei unterstützend, doch der Mensch steht im Mittelpunkt.

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Was hat sich für die Projektleitung in den letzten fünf Jahren verändert?

Projektmanagement ist ein Themenfeld, das sich recht langsam entwickelt. Es gibt nicht die neue Methode, die alles besser oder einfacher macht. Im Grunde arbeiten wir mit Methodensets, die schon seit Jahren im Einsatz sind. So innovativ die Projekte auch sind, die wir leiten, so wenig innovativ sind unsere Methoden. Ist das schlimm? Nein. Denn es gibt nun einmal Methoden die sich bewährt haben und es ist legitim, auf sie zurückzugreifen.

Schauen wir uns die Software an. Hier hat sich in den letzten Jahren schon einiges getan. Tools wie Trello, KanbanFlow, Slack, Skype, Zoom, Dropbox, Google Drive und ähnliche, erleichtern unseren Arbeitsalltag massiv. Hier liegen die echten Vorteile. Die Aufteilung der Arbeit (Methode vs. Mensch) hat sich nicht großartig verschoben. Aber die Software, die uns unterstützt, ist besser geworden.

Und noch eine weitere wesentliche Veränderung der letzten fünf Jahre sind Teams. Auch bei mir im Unternehmen merke ich, dass meine Teams immer digitaler werden. Ich arbeite schon lange mit virtuellen Teams. Aber der Anteil der virtuellen Teams wird immer höher und der Anteil der präsenten Teams nimmt immer mehr ab. Vor ein paar Jahren waren Mitarbeiter mit denen ich arbeite, die ich aber noch nie live gesehen habe, die Ausnahmen. Heute sind das gut 40 Prozent meiner Teams, die ich live noch nicht gesehen habe, mit denen ich virtuell aber trotzdem hervorragend zusammenarbeite.

Was wird sich für den Projektleiter in den nächsten zwölf Jahren ändern?

Die Rolle des Projektleiters wird sich ändern – keine Frage. Ich glaube, dass die Führung des Menschen weiterhin im Mittelpunkt stehen wird. Denn auch in zwölf Jahren werden die Teams nicht aus Maschinen, sondern aus Menschen bestehen.

Die Software wird sich weiter verbessern. Sie wird besser unterstützen. Sie wird leichter und intuitiver zu benutzen sein.

Die Arbeit wird aber auch digitaler werden. Die Teams werden immer virtueller werden. Schnell wird ein Spezialist aus einer anderen Zeitzone ins Team geholt. Gerade mit dem Thema der Zeitverschiebung (und das kenne ich jetzt schon aus meinen Teams) entstehen Herausforderungen. Natürlich, durch die virtuelle Arbeit kann Zeit eingespart werden. Der Wert des echten menschlichen Kontakts bei dem man sich berühren kann, steigt. Doch ebenso ist es vorstellbar, dass auch hier die Technik nachziehen wird.

Heute sind es Skype, Zoom, Slack, Webex und andere, die uns Videotelefonie ermöglichen. In ein paar Jahren, werden wir uns vielleicht gegenseitig in unsere Büros projizieren um dort miteinander zu sprechen. Die Teams werden also noch digitaler werden, während uns die Software (und Hardware) dabei unterstützt, dass sich dieser Kontakt trotzdem noch echt anfühlt.

Und damit sind wir wieder beim Menschen. Auch 2030 wird sich der Projektleiter noch um die Menschen in seinem Team kümmern. Er wird zur coachenden Führungskraft werden und seine Aufgabe wird es sein, dafür zu sorgen, dass sein Team optimal arbeiten kann.

Wie kann sich ein Projektleiter dahin fortbilden und weiterentwickeln?

Meiner Meinung nach ist es für einen Projektleiter unerlässlich, sich in neue Software einzuarbeiten. Sie einfach auszuprobieren und zu schauen, was einen echten Mehrwert bringt. Auch die Arbeit im virtuellen Team muss erlernt werden. Ebenso, wie die richtigen Methoden im Projektmanagement. Ich, als Trainer für Projektleiter, kann eine Handvoll Trainings explizit empfehlen:

  1. Projektmanagement-Methoden Training
  2. Personalführung für Projektleiter
  3. Leitung virtueller Teams
  4. Change Management
  5. Multi-Projektmanagement

Du und/oder dein Team interessieren sich für eines dieser Themen? Dann schreib mir eine E-Mail an anfrage@benjamin-michels.de und ich berate euch gerne kostenlos, welche Trainings dich in deiner Situation weiterbringen.

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