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Folge 013 // Crowdfunding mit Projektmanagement aufbauen

von | Jun 20, 2018 | 0 Kommentare

Weil deine Meinung zählt! Das ist der Slogan des Start-ups DEMOCRACY App. Zu Gast in dieser Episode ist Marius Krüger und er erzählt uns spannende Fakten aus seinem Projektmanagement-Alltag. Er verrät uns, was ihn antreibt und warum es so wichtig ist eine Vision zu haben. Höre diese Episode unbedingt bis zum Ende, denn dann dreht Marius den Spieß um und interviewt mich. Ich berichte über meine aktuellen Projekte und wie wir uns mithilfe von Projektmanagement-Tools in einem virtuellen Team organisieren. Außerdem erfährst du, warum ich den Hersteller von KanbanFlow anschreiben und um eine Erweiterung der Farbpalette bitten muss.

Hier findest du alle Episoden vom Podcast Projektmanagement leicht erklärt.

Shownotes

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Episode 013: Crowdfunding mit Projektmanagement aufbauen

Benjamin Michels:
Hallo und herzlich willkommen zur heutigen Episode. Mein Gast ist Marius Krüger von der democracy App. Diese Episode gibt es sowohl als Video, als auch als Audio Podcast, auf den bekannten Kanälen.
Wir steigen direkt in das Thema ein.

Democracy App

Benjamin Michels:
Marius, Hallo erstmal.

Marius Krüger:
Hey, Grüß dich.

Benjamin Michels:
Was genau kann ich mir unter der democracy App vorstellen? Was ist das?

Marius Krüger:
Im Grunde genommen geben wir dir als Nutzer die Möglichkeit, ein Bundestagsmandat auszuüben. Und zwar via iOS oder Android App. Das heißt, du bekommst alle Informationen, die der Parlamentarier auch bekommt – alle Anträge und Gesetztestexte, inklusive der Originaldokumente verlinkt. Du hast dann eine Abstimmmöglichkeit und kannst selbständig entscheiden, wie du zu diesem Antrag, diesem Gesetz, stimmen würdest. Und du kannst am Ende die Ergebnisse mit der Community und dem Bundestag – also der offiziellen Struktur – und den einzelnen Fraktionen vergleichen.

Benjamin Michels:
Das klingt durchaus spannend. Es ist auf allen Kanälen verfügbar, also iOS und Android?

Marius Krüger:
So ist es. Zumindest gerade als App. Wir planen auch noch eine Browser Version.

Benjamin Michels:
Das heißt, für die Leute die sagen sie wollen es nicht auf dem Smartphone haben und das dann online machen können. Das klingt ja spannend. Und wie sind da bisher eure Erfahrungen? Wie sehr wird das genutzt? Wie sehr wird das angenommen von den Menschen? Und wie wird das von den Politikern gesehen? Das ist ja auch nochmal eine spannende Frage.

Marius Krüger:
Eine sehr spannende Frage. Vielleicht zum Aufzug: wir haben das Ganze so gemacht, dass wir vorher ein Crowdfunding gemacht haben. Um erstmal den Bedarf zu testen. Auch als Finanzierungsinstrument. Crowdfunding ist eine klassische Möglichkeit um erstmal eine PR Kampagne zu machen um zu gucken ob Menschen bereit sind Geld für diese Idee zu geben. Das ist immer ein sehr guter Valigator dafür, dass die Idee eben gut genug ist. Das hat geklappt. Wir haben 35.000 Euro gesammelt. Es waren also prinzipiell schon mal 550 Menschen bereit uns in Form von vierstelligen Beträgen Geld dafür zu geben. Wir haben jetzt in vier Monaten diese App umgesetzt. Und gerade vor zwei Wochen den Prototypen herausgebracht. Wir haben jetzt über 1.100 eingetragene Tester im Prototyp. Davon sind über 500 aktive Nutzer, die auch regelmäßig abstimmen. Das ist sehr wachsend. Wir sind jetzt in dem Prozess Pressemitteilungen raus zu geben. Und man merkt, dass mitunter schon mal 300 – 400 Tester auf so eine Pressemitteilung in die App kommen. Das ist sehr schön.

Benjamin Michels:
Das ist ja super.

Marius Krüger:
Genau. Das ist auf der Seite der Bürger.
Die Politiker: wir haben natürlich während des Crowdfundings auch ein Bundestagsmailing gemacht. Das heißt, wir haben alle 709 Abgeordneten angeschrieben und da kam, aus meiner Perspektive, ziemlich viel Feedback. Wir haben uns dann mit 15 Abgeordneten, über alle Fraktionen, getroffen. Wir haben mit denen darüber diskutiert – natürlich war da mitunter auch ein bisschen Kritik dabei – aber alle waren sich im Grundtenor einig, dass es ein wertvolles Tool ist um eben zu wissen wie die Bevölkerung, zu den aktuellen Sachen die sie speziell im Bundestag machen, steht. Wir wollen das freie Mandat ja auch nicht antasten. Die Politiker können sich sehr wohl dagegen entscheiden, dass was die Bevölkerung dort befindet im Stimmungsbild. Sie sollten es dann aber erklären.

Benjamin Michels:
Das ist ja echt spannend. 35.000 Euro eingesammelt, 1.100 Tester, aktuell seit zwei Wochen Live. Finde ich spannend. Vielleicht erzählst du uns nochmal ein bis zwei Sätze zu dir. Wer bist du? Was hast du vorher gemacht? Und was hat dich zu dieser Idee gebracht?

Marius Krüger:
Ich bin Marius, 24, hab vorher Wirtschaftswissenschaften und BWL studiert. Ich habe während meines Studiums aber eine sehr schmerzhafte Erfahrung gemacht – im Zwischenmenschlichen. Und habe mich dadurch sehr verändert. Ich habe quasi mein gesamtes Wirken, mein gesamtes Leben einmal auf den Prüfstand gestellt und festgestellt, dass ich mir diese Fragen bisher niemals gestellt hatte. Und habe angefangen mir für mich meinen Lebensweg auszuerkoren. Ich habe angefangen mich neben der Ökonomie, die immer schon standardmäßig für mich Interessant war, für Philosophie, Soziologie und Psychologie zu interessieren. So ist dann – in diesen weiteren Kontext, der interdisziplinären Sachen – irgendwann mein Weg entstanden. Ich habe mich dann sehr viel mit unseren politischen Verhältnissen auseinandergesetzt. Und bin dann tatsächlich auf die Idee gekommen, in dem ein Freund von mir gesagt hat, dass er eine coole App zur Meinungsforschung machen möchte um die Ergebnisse dann sozusagen den Politikern zu verkaufen. Ich habe dann quasi diese Idee genommen und sie gemeinnützig adaptiert. Das heißt, ich habe gesagt wir verkaufen die Daten nicht, sondern wir machen es transparent. Wir wollen damit sozusagen „Bürgerlobiismus“ machen. Weil die digitalen Medien sind eine gute Möglichkeit um eben Raum und Zeit zu überbrücken, sehr viele Menschen dazu zu bewegen um wieder politisch zu werden. Und ich habe es dann im speziellen nochmal auf den Bundestag adaptiert. Während vorher die Idee war, wir fragen irgendwelche Fragen, die wir entscheiden „Sind sie für Krieg oder gegen Krieg?“ – haben wir dann gesagt, wir binden an die offizielle Struktur des Bundestags an.
Das ist sozusagen nie möglich gewesen, weil ich in der Zeit nach meinem Studium in einer persönlichen Situation war, dass ich Zuhause war und meinen Papa gepflegt habe. Und quasi neben diesem einem Jahr, wo ich Pflegetätigkeit gemacht habe, die Zeit hatte mich abends hinzusetzen. Und eben mal frei von den normalen gesellschaftlichen Nöten und dem Bedürfnis Geld zu verdienen war und mich damit beschäftigen konnte. So ist das entstanden. Und ich hatte dann das Privileg durch das Crowdfunding das jetzt hauptamtlich zu tun. Und hab auch mittlerweile ein Stipendium bekommen – von der Hertie-Stiftung für Demokratie. Wir werden mittlerweile von denen auch noch finanziell unterstützt. Das ist also eine sehr gute Entwicklung.

Benjamin Michels:
Das ist ja richtig toll, finde ich richtig gut. Was war denn bisher die größte Herausforderung, die du meistern musstest.

Marius Krüger:
Man stellt sich das dann immer so romantisch vor – man sitzt Zuhause und hat eine tolle Idee. Und man fängt dann an diese Idee wirklich zur verfolgen. Der Schritt von „ich plane in meinem kleinen Zimmer etwas“ hinzu „ich mache das jetzt professionell“. Bei mir war es dann die Vereinsgründung, wo man gemerkt hat, man spielt jetzt nicht mehr in einem neutralen Feld, wo nur die Idee existiert, sondern man ist jetzt eingebunden in ein gesellschaftliches System mit Regelungen. Das war ein riesen Ding. Das man jetzt die Professionalisierung für sich selbst meistern musste.
Und das andere war natürlich die Reichweite, diese überhaupt zu bekommen. Wenn man wirklich mit Null Reichweite startet. Man lädt am Tag des Crowdfunding-Starts sein Video hoch und bittet dann all seine Freunde es bei Facebook und Twitter zu teilen. Man hat auf der Facebook Seite quasi Null Likes. Dann ist das natürlich schon sehr ernüchtert und man freut sich um jeden einzelnen Schritt diese Reichweite dann am Ende zu bekommen. Das wir das Crowdfunding auch geschafft haben. Das war ein riesen Akt. Da habe ich so viel Energie und so viele E-Mails, persönliche Ansprachen reingesteckt. Da kann ich mich jetzt gar nicht mehr so richtig dran erinnern, wie viel Energie ich dagelassen hab.

Benjamin Michels:
Das kann ich mir vorstellen. Das kostet viel Kraft. Gerade auch Reichweite und Sichtbarkeit aufzubauen.

Marius Krüger:
So ist es, ja.

Benjamin Michels:
Da sind wir ja auch in meinem Kernthema. Das Projektmanagement und die Herangehensweise am Projekt. Da gucken wir aber gleich mal rein. Mich interessieren noch zwei Sachen. In der Regel läuft ja auch mal etwas schief. Was ist denn das, wo du sagst, das war das Markanteste, was bei dir schiefgelaufen ist?

Marius Krüger:
Wir haben natürlich die Idee dann auch bei diversen Förderwettbewerben eingereicht. Ich habe ja quasi damals nicht nur als derjenige, der das ins Internet gestellt hat, Geld gesucht. Ich habe natürlich auch Programmierer gesucht, Leute die das mit mir zusammen umsetzten können. Da hatte ich ein Bewerbungsformular geschaltet auf der Webseite und daraufhin haben sich diverse Leute bei mir gemeldet. So hatte ich am Ende auch mein Team zusammengestellt, da waren wir dann vier – jetzt sind wir nur noch drei. Jetzt kommen wir auf diese Differenz „warum“. Wir hatte noch einen Förderwettbewerb gewonnen, da ging es um 50.000 Euro vom Staat, vom Bildungsministerium. Dafür haben wir eben den einen eingesetzt, der sich dann entschieden hat damit ein eigenes Projekt zu machen. Das heißt, nicht mehr für uns zu arbeiten.

Benjamin Michels:
Okay.

Marius Krüger:
Das dann sozusagen auseinanderzuklamüsern, auch gegenüber dem Fördergeber, also dem Staat der ja letztendlich für unser Projekt gefördert hat, und wir jetzt eine Person hatten die das nicht mehr gemacht hat – dann Haftungsmäßig auch damit drin hang – das war schon nicht so nett.

Benjamin Michels:
Das kann ich mir vorstellen. Gerade rund um Gründung, egal ob es jetzt etwas monetär-orientiertes oder etwas social-orientiertes ist – gerade Gründerteam Zusammenstellung – da liegen sehr viele Herausforderungen drin.
Was hat denn so richtig gut geklappt bisher? Wo du sagst „damit hätte ich gar nicht gerechnet“?

Marius Krüger:
Es ist natürlich schon sehr faszinierend, dass es beim ersten Mal mit dem Crowdfunding geklappt hat. Das ist ja auch mein erste Crowdfunding Projekt. Ich bin da quasi „grün hinter den Ohren“ ran gegangen. Ich habe mich im Internet schlau gemacht – was braucht man, wie geht man das an. Es ist eine riesen Summe gewesen. Also das erste Förderziel von 35.000 Euro. Da dachte ich mir am Ende: „Krass, dass es beim ersten Anlauf geklappt hat“. Die Erfolgsrate beim Crowdfunding ist normal so, dass 20 Prozent der Projekte erfolgreich sind. Das war schon ein Ding. Zudem habe ich es letztendlich geschafft, auch während des Crowdfundings die Aufmerksamkeit zu erzeugen, dass sich die richtigen Leute bei mir gemeldet haben, die das eben auch programmieren wollen. Wir haben jetzt einen von drei der dann quasi rausgefallen ist, aber ich habe trotzdem noch zwei wunderbare Kollegen über dieses Format gefunden. Es ist jeden Tag fantastische Arbeit, wo ich mich jeden Tag darauf freue mit denen zusammenarbeiten zu dürfen.
Diese beiden Sachen, dass quasi das Crowdfunding geklappt hat und das sich das Team zusammengestellt hat – das wir wirklich gerade zusammenwachsen und gemeinsam etwas schaffen – hat fantastisch geklappt. Alle weiteren Schritte – dass die Hertie-Stiftung auf uns zu kam und gesagt hat „wir wollen das finanzieren, dich als Person fördern“ – das ist alles in ein sehr wunderbares Projekt verlaufen.

Benjamin Michels:
Total gut. Und ich finde die Quote, von denen die geblieben sind, 3:1, ist eine total super Quote. Wenn ich Leute ins Team hole, gehe ich davon aus, von Dreien bleibt nur Einer am Ende übrig. Da haben wir andere Quoten. Deswegen, das finde ich total gut.
Rein strukturell und technisch gesehen, wie behältst du denn den Überblick über deine Aufgaben? Da läuft wahrscheinlich recht viel bei dir auf?

Marius Krüger:
Genau. Zum einen, weil wir natürlich recht klein sind. Wir sind drei Leute und das für diese riesen Aufgabe eigentlich. Weil es ja quasi nicht nur das Produkt ist, was wir erschaffen, wo ich auch sehr große Teile mitwirke, das gesamte Design mache – sondern auch die gesamte Öffentlichkeitsarbeit, PR Strategie, was ja mindestens genauso wichtig ist bei so einem Projekt. Weil die beste App ist nicht die beste App wenn die keine Nutzer hat. So habe ich das am Anfang recht rudimentär gemacht, da reichten bei mir To Do Listen aus. Irgendwann habe ich dann angefangen diese zu sortieren – dann war ich im klassischen Kanban-Board. Ganz iterativ ist es dann bei mir gewachsen. Und mittlerweile sind wir natürlich dazu über gegangen, dass wir jetzt Projektplanung mit einem Gantt Chart machen. Wobei das wir Netzplan Technik haben, da ist der Aufwand für mich noch zu groß für den Nutzen. Gantt Chart ist eine sehr schöne Möglichkeit, wo man auch gut kritische Pfade erkennen kann, Arbeitspakete definieren kann und Ressourcen zuweisen kann.
Wir sind jetzt auch gerade an einem Punkt, dass wir quasi den Prototyp ausgeliefert haben und jetzt noch ein paar Features haben, die wir noch mit rein bringen wollen in die öffentliche Version. Genau da stehen wir jetzt quasi. Das wir erst gebrainstormed haben, was wollen wir machen. Dann haben wir versucht das in Arbeitspakete zu schnüren – das ist dann aus meiner Perspektive Mindmaping. Dann kommen die wunderbaren Wirkungslogiken, das heißt man überlegt sich welches dieser Features ist für die Community das, was am meisten wirkt. Wie ist das Budget auch. Und dann kommt sozusagen das Gantt Chart und man priorisiert zeitlich gesehen auf der Achse „wann machen wir was und wer macht was“.

Benjamin Michels:
Total gut. Also ich führe ja Interviews mit mehreren Start-Ups. Und mich hat bisher schon begeistert, dass die meisten Projektmanagement machen. Zwar oft sehr rudimentär, aber immerhin in Ansätzen. Aber mit Gantt Chart das habe ich bisher noch nicht gehört. Das klingt sehr gut. Einen Netzplan braucht man eigentlich erst wenn es wirklich sehr komplex wird. Davor lohnt sich für viele der Aufwand nicht. Das ist auch der Grund warum die meisten entweder nur mit Kanban Boards arbeiten oder maximal noch mit einem Gantt Chart dazu.

Marius Krüger:
Ja.

Benjamin Michels:
Aber klar, mit der Zuweisung der Ressourcen kann man halt super den Einsatz planen. Das ist ja optimal. Wie macht ihr es denn auf strategischer Ebenen? Also wenn ihr sagt, da kommen ja noch die nächsten Schritte. Langfristig gesehen. Wie plant ihr das?

Marius Krüger:
Das ist natürlich auch wieder eine sehr spannende Frage. Weil da drei verschiedene Leute sind, die mit drei verschiedenen Weltsichten auf dieses Thema gucken, und wir auch unterschiedliche Fähigkeiten im Team haben. Zum Beispiel haben wir den Ulf, der hat unglaublich geniale Ideen und diese Ideen brauchen halt nur noch den letzten Schliff. Das heißt letztendlich, viel von den Sachen, die jetzt tatsächlich gekommen sind, gehen bei uns in ein Gespräch. Das heißt wir nehmen uns auch während der Arbeit die Zeit, uns mal hinzusetzen und zu überlegen „wo wollen wir in einem Jahr stehen, wo wollen wir in drei Jahren stehen, wo wollen wir in einem halben Jahr stehen?“.
So letztendlich auch die Vision, von dem was wir tun, irgendwann erst einmal formulieren – das haben wir jetzt schon mehrmals gemacht, das ist glaube ich auch ein rollendes, wachsendes Konzept. Und das dann versuchen in Ziele zu übersetzen. Zum Beispiel, dass wir erkannt haben, wenn wir eine Demokratie App machen wollen, die möglichst Veränderungen bewirken, dann müssen wir eben nicht nur das Produkt ausliefern auf der einen Seite, sondern genauso für die Öffentlichkeit sorgen. Das ist eine strategische Entscheidung, dass es quasi 50 : 50 ist. Und dass es nichts bringt, wenn wir jetzt alle Ressourcen in das Projekt stecken, wir müssen uns parallel um Funding bemühen, wir müssen gucken wie wir das weiter machen können, wir müssen die Multiplikatoren ansprechen.
Wir entwickeln dann erstmal für uns Schritte, Visionen, Richtungen, Ziele. Und dann haben wir natürlich das Glück, dass wir mittlerweile auch Unterstützer haben, die wir regelmäßig befragen was die sich denn vorstellen, in welche Richtung das Projekt langfristig geht. Auch kurzfristig welche Features sie wollen. Wir machen diesen Zwischenschritt quasi bei der Priorisierung – dass wir eigene Ideen haben wie wir es Priorisieren wollen, aber dann die Community über ein Fragenbogensystem immer fragen, was ist für sie am wichtigsten, was möchten sie. Weil das natürlich sehr bildend ist, für das Gesamtprojekt, für die Bewegung. Ein kleines Beispiel: wir haben unseren Slogan „Weil deine Meinung zählt“, den wir jetzt Neu haben, über die Crowd gesourced. Das heißt, wir haben uns Vorschläge geben lassen und auch von der Community wählen lassen. Wenn man das transparent entscheiden lässt, dann ist das für die Community auch sehr bildend, dass sie einen sehr großen Teil mitwirkt an dem Projekt.

Benjamin Michels:
Das kann ich auch aus eigener Erfahrung sehr empfehlen. Ich habe ja mehrere Unternehmen und da wo wir schon Community basierte Projekte haben, sagen wir „okay, wir wollen jetzt einen neuen Kurs rausbringen zu dem und dem Thema. Hier sind jetzt zwei Namensvorschläge, schreibt doch noch mal was ihr für Vorschläge habt.“ Und jetzt beim aktuellen Kurs, ist auch wirklich ein Username der neue Kursname – der mit Abstand gegenüber allen anderen gewonnen – und ich denke der wird am Ende auch besser Performern. Weil er viel mehr von den Leuten angenommen wird.

Marius Krüger:
Absolut, ja.

Benjamin Michels:
Das ist schon sehr spannend.
Was würdest du anderen mit auf den Weg geben, von deinen Erkenntnissen her?

Marius Krüger:
Also das wichtigste ist am Ende die Vision, meiner Meinung nach. Weil wenn man diese ideelle Kraft nicht hat, sei es ob man jetzt ein Unternehmen gründen will, wo man Bedarf sieht am Markt oder eine Nische die man halt bedienen möchte oder genau so ein soziales Problem, es liegt am Ende an der Vision. Das man die Kraft hat, all diese Schritte – die dann eben kommen und die mitunter auch nicht das ist, was man sich vorgestellt hat, ein soziales Unternehmen zu gründen – die wirklich durchzustehen. Das was mich jeden Tag motiviert, ist die Vision, die Idee, dass wir damit letztendlich politische Bildung sehr stark schaffen, dass wir die Leute wieder politisieren, dazu kriegen sich wieder damit zu beschäftigen – das ist das, was mich treibt. Und deshalb kann ich nur sagen, wenn man diese Vision so stark bei sich ausgeformt hat, dann folgen alle Schritte automatisch. Das ist für mich so ein Ding: Vision und dann geht’s. Ohne Vision wird es sehr schwierig. Ansonsten auf dem Weg dann – wenn man letztendlich seine Vision hat – daran glauben, dass es klappt. Bei mir war wirklich, dass mich alle für verrückt erklärt haben in meiner Familie. „Erst erzählst du uns die ganze Zeit das und das und das ist das Problem in der Welt und jetzt willst du plötzlich eine Demokratie App machen? Und die macht dann alles besser? Und dafür willst du jetzt auch noch 35.000 Euro von Leuten? Wer gibt dir denn dafür Geld?“ Und ich habe einfach von Anfang an daran geglaubt. Das war so ein unbeirrbarer Glaube und am Ende kann ich nur sagen, dass es irgendwie geklappt hat. Das heißt, Visionen und Glaube liegen sehr stark beieinander. Und dann gibt es natürlich sehr blöde Situationen, tiefe Täler in die man steigen kann. Ich habe vorhin erwähnt, dass wenn man so eine Förderung verliert, und auf der menschlichen Ebene auch viel zerbricht, das ist natürlich nicht schön und man fragt sich dann auch ob man das möchte, möchte man so seinen Tag verbringen. Aber letztendlich: formt eure Vision und glaubt daran, dass es einen Weg in dieser Welt gibt – und dann funktioniert das automatisch.

Benjamin Michels:
Das finde ich einen sehr guten Rat. Ich kann nur sagen, mein Vater, wie auch viele andere Menschen, haben bei meinem ersten Unternehmen gesagt: „Wie willst du denn damit Geld verdienen?“ Und am Ende habe ich es erfolgreich verkauft. Und das hat den Grundstein für alles andere gelegt. Manchmal muss man die Bedenkenträger auch beiseite wischen und Gründung – egal ob social oder gewinnorientiert – es ist immer ein Risiko, es kann immer alles schief gehen. Aber dafür kann man auch übermäßig viel erschaffen, erzeugen – das muss man gemacht haben um es verstehen zu können.
Was sind denn konkret eure nächsten Projekte und Schritte, die geplant sind?

Marius Krüger:
Wie ich vorhin erwähnt habe, sind wir jetzt natürlich genau an dem Punkt, dass wir quasi den Prototyp rausgebracht haben – der hat von unseren versprochenen Grundfunktionalitäten zwei von drei erfüllt. Das heißt, wir haben Bundestagsdaten und wir können abstimmen. Was jetzt noch fehlt ist quasi der Argumentationsraum, wo man zusätzlich zur Abstimmung eben weiterführende Informationen einsehen und auch eingeben kann. Das heißt, zum einen kann man sich die Bundestagsreden der einzelnen Abgeordneten für die Fraktionen zu dem Thema angucken oder mal einen Artikel posten – das ist so das Forum. Was jetzt noch kommen soll, wir wollen noch den sogenannten „Wahl-O-Meter“ einbinden. Das heißt, dass wir dir dann auf Basis deines eigenen Abstimmungsverhaltens die Partei empfehlen können, mit der größten Übereinstimmung zu diesem Verhalten. Und das jetzt auf Vergangenheitsdaten basiert – nicht wie jetzt vor der Bundestagswahl, dass man abstrakt Fragen hat beim Wahl-O-Mat, die die Parteien beantworten. Sondern man guckt konkrete Abstimmungsverhalten der Partei. Das können wir mit der App machen. Quasi auf der Feature Ebene bei uns, ist jetzt dran, die Browserversion, die ich schon angesprochen habe. Wir haben jetzt nach dem Termin hier gleich den Priorisierungscall. Das heißt, da sprechen wie über diese Themen – was zuerst, wenn ja in welchem Umfang. Und auf der anderen Seite haben wir ein riesen Ding, dass wir auch den Bedarf von anderen Ländern angemeldet bekommen haben. Das heißt konkret, Österreich möchte das Projekt umgesetzt haben. Oder einige Player in Österreich. Möglicherweise wird es das Ganze jetzt auch in Österreich geben. Das wäre aus meiner Perspektive die Projektebene. Und dann ist natürlich ein riesen Ding, eine Strukturförderung in der Form zu realisieren – aktuell leben wir noch von den Crowdfunding Mitteln, dann haben wir noch die Hertie-Stiftung für Demokratie, die dankbarerweise noch für uns das gesamte weitere Jahr einspringt und die Geldmittel gibt. Aber ab dem 1. Januar 2019 müssen wir auf eigenen Beinen stehen. Das heißt, bis dahin sozusagen so viele Nutzer überzeugen, dass sie nach dem Spendenmodell bereit sind, auf freiwilliger Basis eben diese Arbeit weiter zu finanzieren. Und das ist auf der Strukturebene gerade für mich so ein Thema, woran ich baue, dass wir das hinbekommen.

Benjamin Michels:
Ja, die Finanzierung sicherstellen, das gilt ja für jedes Unternehmen – das ist ja extrem relevant. Da habe ich keinen Zweifel, dass ihr das hinkriegt. Toll. Ich muss sagen, da bin ich wirklich begeistert. Das werde ich teilen. Auch für dich, lieber Zuhörer oder Zuschauer, wenn du gerne auf die App zugreifen möchtest, wir werden einen Link in die Shownotes packen. Dort kannst du dir die App dann runterladen. Wir werden den Link zu den jeweiligen App Stores mit reinpacken.

Total super. Ich danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast. Ein unheimlich spannendes Thema.

Marius Krüger:
Sehr gerne.

Benjamin Michels:
Ich freue mich in einem Jahr nochmal von dir zu hören. Und dann zu hören wie ist der Stand, wie habt ihr euch entwickelt, wie viele Nutzer habt ihr auch – also ich vermute, dass ihr in einem Jahr wahrscheinlich an der 100.000 Nutzergrenze, wenn nicht sogar drüber, seid.

Marius Krüger:
Ja. Das ist auch unser Plan. Jetzt erst einmal 10.000, ist der nächste Schritt. Und dann 100.000, mit der Live Version. Und dann hat man auch zumindest schon einmal so eine politische Stimme, dass man auch mal eine PR Kampagne dazu fahren kann.

Benjamin Michels:
Total cool.
Marius, ich danke dir für deine Zeit und ich wünsche euch viel Erfolg mit der democracy App.

Marius Krüger:
Ich danke dir auch.
Mach’s gut.
Schöne Grüße nach Hannover.

Benjamin Michels:
Danke.
Bis dann.
Tschüss.

Outtake: Ein Interview mit Benjamin Michels

Marius Krüger:
Ich habe gelesen du bist jetzt irgendwie mit mehreren Teams. Was machst du gerade für ein Projekt, woran arbeitest du?

Benjamin Michels:
Ganz unterschiedliches. Was immer läuft sind die Buchprojekte. Es kommen weitere Bücher raus. Ich habe ein Unternehmen, was sich für Menschen mit Autoimmunerkrankung einsetzt. Und für die Leute die keinen Arzt finden, weil das aktuell sehr schwierig in Deutschland ist. Kurse anbieten. Wie man sich selbst etwas mehr in den Griff bekommen kann – gerade was Schilddrüse angeht und Nebennierenschwäche. Dann habe ich ein Unternehmen, was sich mit Trailing beschäftigt, also Aktienhandel. Also wirklich ganz unterschiedliche Projekte im Portfolio. Wir organisieren Deutschlands größte Jobkonferenz dieses Jahr. Thematik Fachkräftemangel nehmen wir uns an, weil ich das aus meinem Projektmanagement Trainings immer wieder sehe. Und so kommt halt immer mehr ins Projektpotfolio oder Unternehmensportfolio mit rein.

Marius Krüger:
Okay. Das heißt, du bist auch wirklich komplette divers?

Benjamin Michels:
Ganz genau. Ich bin ganz divers aufgestellt. Das hat sich über die Zeit so ergeben. Ganz am Anfang war es nur ein Unternehmen, dann kam das Nächste und dann kam immer mehr dazu mit der Zeit.

Marius Krüger:
Und wie behältst du den Überblick?

Benjamin Michels:
Das ist eine gute Frage. Die kam bisher noch nicht zurück. Wir arbeiten mit Kanban basiertem Board. KanbanFlow ist in diesem Fall das Tool. Das ist ähnlich zu Trello. Es gibt aber schon einen Tick länger. Ich habe im Endeffekt mehrere Stufen. Da vermischt sich ja Strategie mit Taskmanagement. Ich habe halt für die Strategie mein Strategiebuch, wo ich das Portfolio für mich aufgeschrieben habe. Und die Grundstrategien: wo gehen die jeweiligen Unternehmen hin, was will ich erreichen, wo soll es hingehen. Dann haben wir das natürlich nochmal auf Controlling Ebene. Ich habe zu jedem Unternehmen ein Controllingboard, wo ich die aktuellen Kennzahlen, wie zum Beispiel Umsätze, sehe. Und da haben wir immer einen forecast und eine Extrapolation drin. Das heißt, ich sehe wie viel habe ich an Umsatz für den Monat geplant, wie viel haben wir aktuell schon gemacht und hochgerechnet auf den ganzen Monat: wie viel werden wir wahrscheinlich machen – und wo ist dann die Differenz, positiv oder negativ. Damit wir aktiv Maßnahmen machen können. Und dann habe ich halt unterschiedliche Projektboards, wo wir die Basisplanung vom Projekt haben. Und die werden dann in Taskboards überführt und da haben wir dann ein Taskboard für die Mitarbeiter. Da sind dann 20 Leute drin. Und das ist sortiert nach Spalten. Das heißt, in den einzelnen Spalten habe ich die Mitarbeiter, in den Zeilen habe ich die Kalenderwochen. Und so sieht jeder Mitarbeiter, was habe ich diese Woche zu tun, was habe ich nächste Woche zu tun und dann noch die nächsten zwei Wochen. Drei bis Vier Wochen Perspektive haben wir. Darunter gibt es dann noch die Dauertasks und den Backlog, also die Ideensammlung. Unterteilt ist das dann in Farben. Das jedes Projekt eine eigene Farbe hat. Wir haben jetzt gerade das Problem, dass wir beim Tool an die Farbengrenze gestoßen sind. Es gibt keine weiteren Farben. Dadurch, dass das bei mir in den Unternehmen halt so erfolgreich läuft, gehen wir gerade auf andere Unternehme zu und sagen: „Ihr habt ja bisher sehr physisch aufgestellt. Warum wollt ihr nicht auch digitale Produkte machen? Oder euch mehr Digitalisieren?“ Und setzten uns auf bestehende Geschäftsmodelle drauf und unterstützen die dabei professionell und erfolgreich mit eigenen digitalen Produkten zu arbeiten. Und da gehen uns gerade die Farben aus. Ich muss jetzt echt den Toolhersteller anschreiben und sagen: „Wir brauchen weitere Farben. Macht mal was.“

Marius Krüger:
Wie viele Farben sind das?

Benjamin Michels:
Ich weiß nicht, 15 oder 20 – irgendwas um den Dreh. Natürlich gibt es dann auch Projekte, die ploppen dann auf. Das gibt es eine Testphase, die läuft nicht, und dann ploppen sie wieder weg und die Farbe wird wieder frei. Davon haben wir gerade aber nicht viele. Es gibt nur ein oder zwei Projekte, die vielleicht wieder weg ploppen können. Der Rest bleibt im Portfolio.
Und das ist dann halt Multi-Projektmanagement. Also wirklich diese Übersicht über das gesamte Portfolio zu behalten. Das ist nicht ganz einfach und braucht ein bisschen Übung.

Marius Krüger:
Absolut. Insbesondere dann, wenn man quasi immer noch selbst sehr stark in den einzelnen Task involviert ist. Das ist bei mir auch so, dass ich auf mehreren Ebenen wirke. Auf der einen Seite Architekt der Strategie sein muss und auch bin. Auf der anderen Seite aber auch daily Sachen habe: „Marius, design mal bitte den Forum Screen „Pro“.“ Und dann designst du halt Sachen.

Benjamin Michels:
Und da gibt es auch in der Entwicklung unterschiedliche Ebenen. Ich habe früher ganz viel in den Task selbst mitgemacht. Und heute gebe ich den Großteil ab. Aber es gibt so ein paar essenzielle Knackpunkte, die ich echt noch selbst machen muss. Und das kann damit zusammenhängen, dass wir Mitarbeiter professionalisieren, aber trotzdem erst einmal eine Voransicht brauchen. Manchmal haben wir Prototypen-Projekte. Wir haben jetzt ein sehr großes Blended Learning, Prototypen-Projekt für einen großen deutschen Player, umgesetzt. Und das sind viele Task, die ich an Mitarbeiter hätte abgeben können – aber das war strategisch ein sehr relevantes Projekt und darum habe ich die zum Großteil erst einmal selbst gemacht. Und jetzt, wo die Folgeprojekte kommen, arbeite ich dann die Mitarbeiter ein. Und so mache ich es im Grunde genommen bei jedem neuen Projekt, die Grundanlage mache erst einmal ich und arbeite dann sehr stark in dem Projekt mit – und dann wird das Stück für Stück professionalisiert. Das ist dann halt die Vorgehensweise. Die führt dann aber halt auch noch dazu, dass ich in vielen Projekten sehr stark drin bin und dann zwischen Strategie und operativer Arbeit springen muss.

Marius Krüger:
Hast du dich mal in Mikromanagement verloren?

Benjamin Michels:
Ja, definitiv. Aber dafür kommt auch zu viel Unterbrechung als dass das noch großartig passieren kann, dass ich mich da ganz drin verliere. Aktuell führe ich 25 Leute und da kommen so viele Anfragen am Tag rein, da darfst du dich nicht mehr verlieren. Das darf dann einfach nicht mehr passieren. Und dann ist die Priorisierung natürlich extrem wichtig. Dann passieren auch so alberne Sachen, da hat man in seiner Taskliste, da werden alle Wichtigen erst einmal farblich markiert, dann kommen aber nochmal wichtigere Sachen, die bekommen dann ein rotes Ausrufezeichen davor. Man muss halt erkennen, wann habe ich zu viel zu tun – eine Zeitlang funktioniert das. Aber ab einer bestimmten Welle muss ich abgeben. Und jetzt Ende Mai ist zum Beispiel bei mir der nächste Abgabepunkt geplant, wo von meinen Standardaufgaben einige einfach wieder wegfallen und wo wir nochmal einen Versuch machen, dass ein Teil meiner E-Mails wirklich von anderen Leuten beantwortet werden.

Marius Krüger:
Okay.
Das ist ein riesen Ding – E-Mails. Meine Eltern sind beide auch Unternehmer und mein Papa insbesondere ist noch so auf der Tastatur. Was der an E-Mails schreibt an einem Tag. Drei, Vier Stunden gehen dann einfach für so einen Quatsch weg.

Benjamin Michels:
Das muss man schon stark begrenzen. Ich sage zum Beispiel ganz oft: „Ihr könnt mir eine E-Mail schreiben, dann müsst ihr halt zwei Wochen auf die Antwort warten. Oder ihr ruft mich an.“ Bei einem Anruf ist es meistens viel schneller geklärt. Mein Team arbeitet komplett virtuell. Ich habe nur eine Person hier bei mir sitzen, der Rest ist frei organisiert. Und wir haben einen dauerhaft offenen Konferenzraum, wo wir jederzeit rein springen können. Bei allem was ein bisschen komplexer ist, da sage ich auch „bitte nutzt den Konferenzraum“, das ist viel schneller geklärt als wenn wir es in Textform machen.

Marius Krüger:
Wir sind auch dezentral. Ich sitze hier alleine, in meinem Zimmer. Und wir arbeiten auch den ganzen Tag mit Audiokonferenz. Ich glaube das ist das Modell der Zukunft. Das man nicht mehr zusammensitzen muss.

Benjamin Michels:
Der Vorteil an solchen dezentralen Strukturen ist, dass man das Wachstum besser regulieren kann. Immer vor Ort jemanden zu finden, dann noch die Raumfrage mit dazu zu haben. Dann zahle ich lieber einen Tick mehr und biete den Leuten halt eine entsprechende Freiheit ein. Da muss man halt die Richtigen finden. Es gibt ja Reifegradmodelle. Und die brauchen einen sehr hohen Reifegrad, weil sie selbst organisiert handeln müssen.

Marius Krüger:
Ja. So ist es.

Benjamin Michels:
Da muss man das digitale Team nochmal an vielen anderen Stellen mit unterstützen. Ich habe es zum Beispiel so eingerichtet, wir könnten mehrere Konferenzräume haben, aber wir haben mit Absicht nur einen. Dadurch passiert das manchmal, wenn man in den Konferenzraum geht, dass da schon jemand drin ist. Und das imitiert das reale Leben, wo du auch manchmal in einen Raum gehst und da ist schon jemand drin. Und dann setzt man sich einen Moment mit rein, unterhält sich kurz mit, sagt dann aber „gut, ich gehe in einer Viertelstunde in den Raum“.

Marius Krüger:
Ja. So ist es.

Benjamin Michels:
Genau. Da muss man ein bisschen tricky sein, wenn man rein digitale Teams hat. Und die Realität imitieren, am Ende.

Marius Krüger:
Das schreibe ich mir auf. Das ist ein guter Punkt.

Benjamin Michels:
Wir machen zum Beispiel Ende August auch ein Meet-Up. Wo der Großteil des Teams auch wirklich zusammen kommt und wir einen Tag einen Workshop machen, insgesamt sind es glaube ich fünf Tage. Ein Tag davon ist Workshop, wo die Leute Wunschthemen sagen können, zu denen sie dann trainiert werden. Und zwei Tage machen wir dann wirklich Projektarbeit. Das wird wahrscheinlich dann ein Projekt, was wir nur dafür machen. Um nur gemeinsam innerhalb von 48 Stunden ein geiles Projekt auf die Beine stellen.

Marius Krüger:
Ein Prototyp in 48 Stunden.

Benjamin Michels:
Ganz genau. Es ist auch geplant, also ich muss nochmal vom Team die Zustimmung einholen, das Ganze dann auch mit Facebook Lives zu begleiten, das die Leute da so ein bisschen mit reingucken können.

Marius Krüger:
Das ist cool. Das feiere ich.

Benjamin Michels:
Das kann sehr rocken.

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