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Du denkst bei dem Titel vielleicht zuerst an ein Unternehmen. Ich meine aber dich als Menschen: erfolgreich und doch nichts wert.

Wie ich mich erdreisten kann, so etwas über dich zu sagen? Gar nicht. Denn das ist nicht etwas, das ich sage, sondern etwas, das mir immer wieder begegnet, wenn ich mit erfolgreichen Menschen spreche. Doch was genau steckt dahinter?

Im Grunde leben wir in der Normalität. Das heißt, das was wir täglich tun ist für uns normal. Sitzen wir täglich auf der Couch, ist das für uns normal. Laufen wir jeden Tag einen Marathon, ist das für uns normal. Wir nehmen das was wir täglich machen, das was wir erreichen nicht als außergewöhnlich wahr. Sondern das was wir machen ist halt das was wir machen. Erst wenn eine Bewertung von Außen dazu kommt, wird etwas als außergewöhnlich gesehen. Das erklärt schon das Wort selbst. Außergewöhnlich heißt, außerhalb des gewöhnlichen. Doch damit ist nicht unser eigenes „gewöhnlich“ gemeint, also das was wir jeden Tag machen, sondern unsere Leistung in Relation zum Durchschnitt der Gesamtleistungen um uns herum.

Ich brauche um ein qualitativ hochwertiges Buch zu schreiben ca. 10 – 15 Stunden. Für mich ist das normal. Manchmal freue ich mich, wenn ich meine durchschnittliche Wörter-pro-Stunde Zeit überbiete. Dann war ich kurze Zeit außergewöhnlich. Doch in den meisten Fällen bin ich einfach nur gewöhnlich mit meiner Schreibgeschwindigkeit. Ich brauche 10 – 15 Stunden für ein Buch mit 200 – 300 Seiten. Qualitativ hochwertig.

Und jetzt kommt die Außenwelt: meine Schreibgeschwindigkeit ist absolut außergewöhnlich. Genau genommen kenne ich niemanden außer mir selber, der oder die das kann. Und das spiegeln mir die Menschen auch zurück. Oft werde ich nach Tipps und Tricks gefragt. Und trotzdem ist und bleibt meine Schreibgeschwindigkeit für mich normal.

Warum bringe ich gerade dieses Beispiel?

Weil es bei dir genauso ist. Du bist erfolgreich, fühlst dich aber manchmal trotzdem, als ob du nichts wert bist. Oder nichts wertiges erschaffen kannst. Du hast Selbstzweifel. Du fühlst dich manchmal klein. Vielleicht sogar wertlos. Einsam. Alleine. Unsichtbar. Es fehlt dir an Selbstliebe. Und Wertschätzung für dich und deine Leistung.

Das ist ein Paradoxon, das mir immer und immer wieder begegnet. Menschen, die überaus erfolgreich sind und sich selbst am schlechtesten behandeln. Menschen, die ganze Unternehmen aus dem Boden stampfen, denen es aber an Selbstliebe mangelt. Ich war lange Zeit auch so. Ich falle auch manchmal noch in das alte Muster zurück. Aber ich habe auf einen langen Weg gelernt, mich mit meinem inneren Kind zu verbinden und Liebe, Wertschätzung und Begeisterung für mich selbst und mein Denken zu entwickeln.

Doch ganz ehrlich: das ist etwas, das nur die wenigsten selbst schaffen. Es ist schon eine riesige Leistung – und das meine ich ohne jede Form von Sarkasmus – wenn es dir gelingt zu erkennen, dass du diesen Widerspruch in dir hast. Das du Welten aus deinen Gedanken heraus erschaffen kannst, systematisch Erfolg generieren kannst und trotzdem manchmal dastehst und dich wertlos, einsam und ungeliebt fühlst.

Erklärungen gibt es dafür viele. Ein paar davon möchte ich mit dir jetzt betrachten:

Anerzogene Muster

Oft ist dies einer der Punkte, der am längsten dauert, bis du ihn identifizieren kannst. Doch den vielen von uns wurden bestimmte Dinge in diese Richtung anerzogen. Glaubensmuster, die sich zu Programmierungen entwickelt haben. Systeme, die in unserem Unterbewusstsein laufen und unsere Wahrnehmung beeinflussen. Hierzu gehören Normen wie „Prahle nicht mit deinen Erfolgen“, „Bleib bescheiden“, „Spare dein Geld“, „Rede mit anderen nicht über Geld“ (Geld ist hier oft ein Sinnbild für Erfolg). Genau diese Normen sind zu Glaubensmustern geworden, die als Programme in dir laufen und dafür sorgen, dass du deine Erfolge nicht leben und zelebrieren kannst. Und das steht im krassen Widerspruch zu den Erfolgen, die du erreichst. Und schon befindest du in einer Situation, die du nicht mehr rational lösen kannst. Denn du bist mega erfolgreich, aber dadurch dass du diesen Erfolg nicht wahrhaft zelebrierst und lebst, bist du gleichzeitig nicht erfolgreich. Das wiederum ist damit gleich zu setzen, dass du „nichts wert“ bist. Zwei ambivalente Gefühle, die in dir liegen und automatisch zu einem inneren Konflikt führen.

Zweifel durch Unvergleichbarkeit

Du bist eine Birne. Schaust du aus dem Fenster, siehst du nur Bananen. Was ist die logische Schlussfolgerung? Du bist nicht normal. Irgendwas kann mit dir nicht stimmen. Das ist der rationale Gedanke, der schnell entsteht. Doch dieser Gedanke ist absolut falsch.

Du bist in der Lage außergewöhnliches zu leisten. Du stichst aus der Masse hervor. Du bist anders als die anderen. Du findest nur wenige Menschen, die mit deinen Gedanken mithalten können oder in der Lage sind, dich wirklich zu verstehen. Logisch, dass du dich da schnell einsam und „anders“ fühlst. Doch nicht anders, weil du schlecht bist. Sondern anders, weil in dir außergewöhnlich viel steckt. Ich habe so viele Coachees, die sich selbst für „nicht genug“ halten. Dabei sind sie genau das Gegenteil: viel mehr als die Summe der Menschen um sie herum. Und dazu gehört auch, dass die Menschen, die ich in den letzten Jahren begleiten durfte, alle samt gut sind. Und mit gut meine ich gute Menschen. Ausnahmslos. Jeder von ihnen.

Andere Wahrnehmung von Zeit

Zeit ist relativ, das hat schon Einstein gesagt. Doch ist dieser Spruch nicht nur eine hohle Phrase, er hat eine Bedeutung. Du kennst genug Momente, die einfach nicht vorbeigehen wollen. Ebenso gab es tolle Momente in deinem Leben, die viel zu schnell vergangen sind. Das ist die relative Wahrnehmung der Zeit. Jede dieser Sekunden waren gleich lang, doch du hast sie anders erlebt.

Nehmen wir an, du kommst auf eine neue Business Idee. Du startest sie innerhalb von ein bis zwei Wochen. Du generierst die ersten Ergebnisse nach weiteren zwei Wochen. Die Ergebnisse passen nicht, du stellst die Idee wieder ein.

Zeit ist relativ.

Die Menschen um dich herum sagen „Warum hörst du das denn wieder auf? Du hast es doch noch nicht mal richtig probiert. Du lässt die Dinge immer so schnell wieder fallen. Du bist überhaupt nicht beständig.“

Quatsch!

Du bist einfach nur in der Lage schneller Ergebnisse zu generieren, als andere. Das ist dir wahrscheinlich nicht bewusst. Aber in der Zeit, in der andere noch über die Idee nachdenken, hast du die ersten Test generiert und Ergebnisse erschaffen, anhand derer du entscheiden kannst, wie es weiter geht. Und die anderen Menschen sind nicht in der Lage, das in der Komplexität zu erfassen. Deswegen brechen sie es auf das herunter, was ihnen begreifbar ist „Du hast es nicht lange genug probiert.“. Doch verändern wird einmal eine einzige Komponente. Stell dir vor, du hättest das ganze statt zwei Wochen insgesamt zwölf Monate lang gemacht. Dann wäre es ok, es wieder einzustellen, oder? Genau und das ist der Punkt. Es geht nicht um das Ergebnis, sondern um die investierte Zeit.

Die Menschen um dich herum bewerten die Zeit. Sie fragen nicht „Meinst du, du hättest das gleiche Ergebnis auch nach 12 Monaten generiert?“. Denn dann könntest du sagen: „Vielleicht ein kleines bisschen anders, aber mit der gleichen Quintessenz.“

Du bist anders. Du bist in der Lage, Ergebnisse viel schneller und konsequenter zu generieren. Und du bist vor allem in der Lage, anhand dieser ersten Erfahrungen und Zahlen eine Vision zu bilden und zu bestimmten, ob das möglich ist, was du erreichen möchtest.

Und nun bleibt eine Frage im Raum: Warum solltest du in etwas elf Monate und zwei Wochen mehr investieren, wenn du die Erkenntnis, die du brauchst, schon nach zwei Wochen generiert hast?

Und hier sehen wir, wo das eigentliche Problem liegt: du vertraust dir (noch) nicht genug. Vielleicht fehlt es dir auch noch an genug (Selbst-) Wert, um für dich sagen zu können „Ich brauche es nicht länger zu testen, ich habe jetzt schon, was ich brauche“.

Energiewechsel: hohe Energie = Erfolg

Ein weiterer Grund, warum du dich gleichzeitig erfolgreich und erfolglos fühlst, kann sein, weil du immer wieder einen Energiewechsel erlebst. Energie bei uns Menschen ist ein Thema, mit dem sich noch relativ wenige beschäftigen. Wir haben Energie, das steht vollkommen außer Frage. Und es gibt Tage oder Momente, da bist du in einer höheren Energie (alles läuft super) und Tage oder Momente, da bist du in einer niedrigen Energie (nichts will so richtig laufen).

Und es kann sein, dass du zwischen diesen beiden Polen hin und her springst. Am einen Tag ist dein Mindest „Ich kann alles machen, was ich will“ und am anderen Tag denkst du „Wie soll ich das bloß schaffen“.

Der Schlüssel ist ganz einfach, kann dabei aber unendlich schwer in der Umsetzung sein: Schaffe es kontinuierlicher, dich selbst in der guten (hohen) Energie zu halten. Je höher dein Energielevel kontinuierlich ist, desto weniger wirst du diese Ambivalenz spüren.

Extrovertiert-introvertiert

Der letzte Punkt ist eine Beobachtung, die ich immer wieder mache. Die meisten Erfolgsmenschen, die gleichzeitig Erfolg und Wertlosigkeit spüren, sind auf der einen Seite Extrovertiert und auf der anderen Seite introvertiert. Sie können sich mit aller Kraft und Energie in den Mittelpunkt stellen. Charismatisch können sie die Massen anfühlen. Und auch wenn sie das zu 100 % in dem Moment sind, sind sie es zugleich nicht. Denn sie können auch sehr gut alleine sein. Für sich hinarbeiten, sich zurückhalten und sich nicht nach Außen zeigen.

Auch dieses Spannungsfeld zwischen diesen beiden Polen kann schnell dazu führen, dass eine Ambivalenz in dir entsteht, die dich immer wieder zwischen Erfolg und Misserfolg hin und her springen lässt.

Du siehst, es gibt viele Gründe, warum es ist so ist, wie es ist. Die Frage ist am Ende, ob du es ändern möchtest. Ein Weg, der alleine für die meisten Menschen annähernd unmöglich ist und dabei auch noch sehr lange dauert.

Wenn du genau einer dieser Menschen bist, der großen Erfolg in sich trägt und dabei doch ein Mangel von Selbstliebe verspürt, dann bist du richtig bei mir. Wenn du merkst, dass du dich in diesem Text wiedererkennst und du das ändern möchtest, dann lade ich dich ein, mit mir ins Gespräch zu kommen. Schreib mir eine E-Mail an coaching@benjamin-michels.de oder schau dir an, was ich in der Beratung für dich tun kann.

Dein Benjamin Michels

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